Willkommen beim Service-Labor Niederrhein
Das Service-Labor Niederrhein kann auf acht Jahre Erfahrung im Bereich Grund-, Teich- und Abwasseranalytik zurückblicken. Mit ca. 3000 Analysen pro Jahr sehen wir uns als kompetenter Gesprächspartner von Wartungsfirmen, Installationsbetrieben, Brunnen- und Teichbauern, Teichbesitzern und anderen Privatkunden.
Das eine Wunder kann man nicht erklären, das andere schon. Was eine Kleinkläranlage leistet, grenzt an ein Wunder, eines, das nur durch Zusammenwirken von Milliarden Bakterien möglich ist.
Der Begriff Bakterien ist im allgemeinen negativ behaftet und die meisten denken dabei an die krankmachenden kleinen Ungeheuer, die uns husten oder niesen lassen oder Schlimmeres verursachen. Aber es gibt auch „gute Bakterien“, zum Beispiel die, die unseren Darm besiedeln und die Verdauung unserer Nahrung ermöglichen. Ebenso, wie diese Bakterien unsere Nahrung verarbeiten und in Stoffe umwandeln, die unser Körper nutzen kann, verwandeln auch die Bakterien einer Kleinkläranlage die Stoffe, die eingeleitet werden, in Substanzen, die für die Umwelt unschädlich sind. Die Bakterien einer Kläranlage befinden sich im so genannten Belebtschlamm, der sich in Form von Flocken im Wasser verteilt. Zur Umwandlung von umweltschädlichen Stoffen in umweltverträgliche benötigen die Bakterien Sauerstoff. Je mehr Stoffe eingeleitet werden, umso mehr Sauerstoff wird auch benötigt. Deswegen ist eine gute Belüftung unverzichtbar für die reibungslose Funktion einer Kleinkläranlage. Die Belüftung sollte deshalb immer nur von Ihrer Wartungsfirma eingestellt werden.
Aber nicht nur der Sauerstoff hält die Bakterien der Kleinkläranlage fit und ermöglicht so einen regen Stoffwechsel. Auch die sonstigen Bedingungen, nämlich die direkte Umgebung der Bakterien, müssen stimmen. Die Bakterien bilden nämlich ein leistungsfähiges, aber auch störanfälliges biologisches System. Verändern sich die Verhältnisse in diesem System drastisch und schnell, wie dies vorkommen kann, wenn man bestimmte Stoffe in größeren Mengen einleitet, kann dies für die Bakterien schädlich sein, weil manche Stoffe deren Umgebung, nämlich das Wasser, so stark verändern, dass sie nicht mehr leben können oder ihrer Arbeit nicht mehr richtig nachgehen können. Anders als bei einer kommunalen Kläranlage ist die Zusammensetzung des Abwassers, das in eine Kleinkläranlage eingeleitet wird, mitunter großen Schwankungen ausgesetzt. Dies kann zu einem abrupten Leistungsabfall oder gar Sterben der Bakterien führen. Wenn uns jemand ohne Raumanzug auf dem Mond aussetzen würde, würden wir dies auch nicht lange überleben. Deswegen sollte man die Kläranlage nie mit großen Mengen einer Substanz – etwa Waschmittel – überlasten. Textilfärbemittel, Spezialreiniger etc. sollte man vorsichtig und in kleinen Portionen der Kläranlage zuführen.
Besonders schlecht für die Bakterien der Kläranlage sind Antibiotika oder Desinfektionsmittel, da diese ja den Zweck haben, Bakterien zu töten. Leider unterscheidet solch ein Mittel im Allgemeinen nicht zwischen den Bakterien, die es töten soll und anderen. Desinfektionsmittel sind in einem normalen Haushalt völlig überflüssig und sollten nicht verwendet werden. Weiterhin gehören folgende Stoffe nicht in eine Kleinkläranlage:
- Lacke, Farben
- Schwimmbadabwässer, Regenwasser
- Alkohol, Spiritus, Desinfektionsmittel
- Arzneimittel
- Öle und Fette
- WC-Steine
Eine gut funktionierende Anlage riecht nur ganz leicht. Geruch nach faulen Eiern ist immer ein Hinweis auf schlechte Belüftung oder eine Überlastung der Anlage durch zu große Mengen eingeleiteter Stoffe. Dann schalten die Bakterien auf „anaerob“ um, das bedeutet, dass sie die anfallenden Stoffe zwar noch umwandeln aber aufgrund des bestehenden Sauerstoffmangels nunmehr ein faulig riechendes, korrosives Gas bilden, das den Beton der Kläranlage angreift und langfristig für Schäden sorgt. Sollten sie also feststellen, dass Ihre Anlage eine längere Zeit nach faulen Eiern riecht, benachrichtigen Sie lieber Ihr Wartungsunternehmen.
Ein Maß für die Belastung des Kläranlagenwassers mit organischen (eingeleiteten) Stoffen ist der CSB-Wert, der regelmäßig von der zuständigen Unteren Wasserbehörde kontrolliert wird. Hierdurch wird sichergestellt, dass die Umwelt nicht über Gebühr mit organischen Stoffen belastet wird. Inwieweit diese Stoffe auch wirklich von Bakterien abbaubar sind (es gibt nämlich auch solche, die von Bakterien nicht abgebaut werden können) ermittelt der BSB-Wert. Hier wird sozusagen die Situation in der Kleinkläranlage im Labor nachgeahmt und ermittelt, wie viel der enthaltenen Stoffe von den Bakterien abgebaut wurden. Die Grenzwerte wurden vom Gesetzgeber relativ großzügig gestaltet. Bei einer gut funktionierenden Anlage liegen CSB- und BSB deutlich unter dem Grenzwert. Trotzdem können schwankende Bedingungen zu einem vorübergehenden Anstieg beider Werte führen. Bei einer gut eingefahrenen Anlage sollte man bei den einmal gewählten Reinigern und Pflegemitteln bleiben. Geringfügige Änderungen verträgt die Anlage ohne weiteres.
Sollten Sie weitergehende Fragen haben, zögern Sie nicht, Ihr Wartungsunternehmen anzurufen.
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